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The Crazies


Die Infizierten der Provinz

Gian-Philip Andreas  

Kurios: George A. Romero, der wegen „Night of the Living Dead“ (1968) und seiner bahnbrechenden „Dawn of the Dead“-Reihe (ab 1978) als Vater des Zombiefilms gilt, macht heute, mit 70 Jahren, immer noch das, was er zeitlebens tat: Er dreht Low-Budget-Horrorfilme. Jüngst erst lief „Survival of the Dead“, ein weiteres Zeugnis seiner unstillbaren Untotenmanie in vielen Kinos.

Ein vielbeschäftigter Regisseur, der finanziell ausgesorgt hat könnte man meinen. Doch Fehlanzeige. Geld machen andere - indem sie in Hollywood Remakes seiner Originale drehen. Respektable Remakes, zum Glück. „Watchmen“-Regisseur Zack Snyder ist das mit einer hochtourigen Neufassung von „Dawn of the ­Dead“ gelungen, und jetzt kommt „The Crazies“, ein Frühwerk aus dem Jahr 1973. Diesmal immerhin fungiert Romero auch als ausführender Produzent - obgleich er mit den Vorbereitungen auf das Remake bekunden ließ, das Update interessiere ihn herzlich wenig.

Ausgerechnet der bislang als solider Abenteuerfilmer („Sahara“) bekannte Breck Eisner übernahm die Regie. Und zur großen Überraschung: Das Ergebnis verblüfft: Es fügt dem Original zwar nichts hinzu, dem Genre als solchen schon gar nicht, überzeugt aber durch sein temporeich entworfenes, verzögerungsfrei durcherzähltes Schreckens-Tableau.

Die Handlung blieb gleich: Immer mehr Menschen eines Provinzkaffs in Iowa werden erst apathisch, dann fuchsteufelswild. Tollwut-gleich fallen sie ihre Mitmenschen an - Zombies sind also auch sie. Der Grund der Raserei ist ein abgestürztes Flugzeug mit biochemischen Kampfstoffen, die Ansteckungsrate ist hoch. Bald schon flüchten der Sheriff (Timothy Olyphant, „Stirb Langsam 4.0“), seine Arzt-Gattin (Radha Mitchell, „Surrogates“), der Deputy und ihre Assistentin nicht nur vor den Infizierten, sondern auch vor einem martialisch auftretenden Militär, das zur präventiven Ausrottung der Bevölkerung anrückt.

Die subversive Obrigkeitskritik des Originals bleibt im Remake zwar größtenteils außen vor (die Perspektive der Soldaten wird zudem ausgeblendet), aber Eisner gelingt mit beängstigenden Leere-Welt-Bildern und klug gesetzten Schocks ein klassisch zermürbender Horrorfilm - womit er allen derzeit langweilenden „Freddy“-Remakes und „Saw“-Gemetzeln mal weit voraus ist.

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